Teuflische Übernachtung in 3k

Für den erwarteten Besuch im Sommer hab ich a) eine Bernina-Express-Bahnreise zusammengestellt und b) teste ich noch eine Übernachtungsmöglichkeit irgendwo an der Strecke weiter oben. Das Ospizio Bernina kenne ich schon von der Schneeschuhwanderung nach Pontresina im Dezember, dann gäbe es noch Alp Grüm und das Albergo dahinter. Und dann fiel mir das Berghaus Diavolezza auf, 138 Fr. für Ü mit Halbpension und Gondelfahrt hoch/runter. Ich bin schon alt genug jetzt, ich suche gar nicht mehr, ob ich das online buchen kann. 081 ist ja generell auch eine landschaftlich schöne Vorwahl, da kann man anrufen, hat einen Mensch an der Leitung und die Buchung ist nach anderthalb Minuten erledigt und alle Fragen auch geklärt. Falls ich mit der Bahn hätte hinauf fahren wollen, hätte ich unten einfach meinen Namen gesagt; und da mir Schnee und Piste bis unten geantwortet wurde, waren Schneeschuhe angesagt. Die Skisaison ist eigentlich vorbei, da war niemand mehr unterwegs (dachte ich).

Also los: 08:56 Abfahrt in Wil, bis Chur bzw. dann bis Samedan wieder irgendwelche Startups angeschaut und noch anderweitige Fehler in Datenbanken gefunden. Auf manche Businessmodelle kommt man echt nicht, wie z.B. “Mattress-as-a-Service”, also das Mieten statt Kaufen hochwertiger Matratzen für die Hotellerie. Ab Pontresina war’s nur noch ein kurzer Hop, nicht vergessen, den Bedarfshalt auszulösen, 13:30 Uhr Abmarsch, erwartete Höhenmeter knapp 1000, von 2000 auf 3000. Puh. Die steilen Stellen waren echt streng bei wegrutschendem Schnee. Ab etwa 2500m wurde mir die Höhenluft bewusster, der Puls war ungewohnt hoch und ich musste häufiger Pausen einlegen. Alternativ hätte ich vielleicht auch nicht die 100% steilen Stellen auswählen sollen. Zwischendurch gab’s Rega, ab und zu mal Blick auf die andere Talseite. Später ein Murmelipfiff und kurz danach hab ich auch wieder welche gesehen.

Bei einem der Fotostops bekam ich einen Anruf (von 081…), sie wollten nur nachfragen, ob ich schon unterwegs sei. Ich meinte nur “zweite Stütze”, damit war mein Ort klar angegeben und ich konnte als Ankunftszeit etwa 17 Uhr schätzen, was am Ende auch genau gestimmt hat. In der Ferne donnerten ab und zu Gerölllawinen und Schneeabbrüche die Hänge herab.

Oben war kaum Betrieb, draussen fläzten zwei Leute im Jacuzzi (kann man für 29 Fr. dazubuchen) und sangen zu Prosecco schräge Opernarien aus Nabucco mit Blick auf den traurigen Rest des Morteratschgletschers. Rundherum sah man ab und zu ein paar der knapp 4k-Berge — es geht immer noch höher: Piz Palü mit 3900 oder Piz Bernina mit 4049m.

Ab 18:30 Uhr war das viergängige Abendessen angesagt. Insgesamt fünf Tische, davon vier mit Paaren besetzt und mein Tisch, keine Maskenpflicht am Tisch. Unser Cameriere war ein waschechter Italiener, der aber auch Dialekt und Deutsch konnte — aber kein Englisch. Dass er aus der Region (in direzione di Tirano, allora a sinistra) war, merkte man, als er den jahrhundertelangen Zigarettenschmuggel dort in einem Nebensatz erwähnte — den ich wiederum aus NZZ Geschichte kannte.

Auf der Getränkekarte war auch schon der italienische Einfluss spürbar, weil acht Sorten Grappa und nur vier Sorten Bier draufstanden. Eins der Paare beim Essen bestand aus einer, nun ja, mode- und makeup-bewussten Italienerin (siehe Foto weiter unten vor dem roten Allegra nach Tirano) mit einem CH-D-Partner, die sich dann auf Englisch unterhalten haben. D.h. sie musste immer das Italienisch des Cameriere in irgendeine Form von Englisch bringen. Beim Paar am Tisch hinter mir war er mit seiner hochauflösenden und teuren Fotoausrüstung beschäftigt, während sie eher gelangweilt davon wirkte. Am Tisch vor mir sassen zwei Fondue-Bünzlis, die sich nur dann nicht angezickt haben, wenn die Bedienung uns belustigte. Aber sie haben das (zugegebenermassen exzellente) Mango-Sorbet ausgiebig mit Spiegelreflex-Makro fotografiert. Das vierte Paar war unauffällig, aber häufig draussen rauchend. Mehr Leute waren vermutlich über Nacht nicht oben auf dem Berg. Die gewohnte Ruhe trat nach dem Abendessen ein, als sich auch der Schnee schon wieder zu verfestigen begann. Nachts ging es bis -5°C runter.

Gegen 04:30 Uhr begann schon wieder die Dämmerung und ich hab mich doch hinausbequemt und es hat sich, wie üblich, gelohnt. Es war ähnlich gut wie bei der Säntisübernachtung 2014, nur etwas kälter und höher.

Ab 07:30 Uhr gab’s Frühstück, wieder mit denselben Leuten und denselben Plätzen wie am Vorabend. Um 08:20 kamen mit der ersten Bahn auch schon der erste Schwung Skifahrer und die Hotelchefin, bei der ich dann auch zahlen und mich bedanken konnte.

Die Bahn fuhr ab dann alle 20min und natürlich ist oben vermerkt, bei welcher Abfahrtszeit oben man unten den besten Anschluss auf den Zug hat. Ich war der einzige Gondelgast in diese Richtung und hab direkt den Gondelführer befragt, was es denn jetzt mit den abgedeckten Schneeflächen auf sich hätte. Dazu wurde ich derart beauskunftet, dass SwissSki seit etwa acht Jahren Anfang Oktober bis Ende Oktober diese Schneeflächen und -mengen exklusiv benutzt, um dort schon mit dem Wintertraining zu beginnen, falls sonst nicht genügend Schnee fällt. Klar, ist billiger als Beschneiung, aber man könnte ja den Sport auch gleich komplett sein lassen beim nicht mehr aufzuhaltenden Klimawandel.

Und ja, das war ein Arbeitsausflug mit Laptop dabei. Arbeitszeit innerhalb der 48h von 01.06. 18 Uhr bis 03.06. 18 Uhr waren 6h (01.06. 18 Uhr bis Mitternacht), 5h (Wil bis Bernina Diavolezza am 02.06. plus 1h am Abend), 6h (Bernina Diavolezza bis Wil plus 3h am Nachmittag) = 17h bei Sollarbeitszeit von 8.2h am Tag. Ich musste das durchaus jetzt auch mal für mich selbst ausrechnen, denn abrechnen muss ich ja dahingehend zum Glück nichts. Das gäbe sicher lustige Nachfragen zur Lage meiner Arbeitszeiten — man würde es aber auch an meinen GIT-Commits intern sehen. Wenn ich jetzt noch dazunehme, was mein Hirn beim Aufstieg so für algorithmische Probleme gelöst hat (zumindest bis der Sauerstoff knapper wurde), müsste ich gleich wieder Ferien nehmen 😀

Witzig: auf Hin- und Rückfahrt wurden mal wieder zu statistischen Zwecken Start und Ziel meiner Reise abgefragt, jeweils um St. Gallen herum. Bei Bernina Diavolezza als Ziel bzw. Start mussten sie nachschlagen 🙂 Mit Umspuranlage, Mehrsystemloks und passendem Lichtraumprofil könnte man das umsteigefrei… ach egal… Die Anschlüsse sind ja eh schon so gut bemessen, dass man gar nicht dazu kommt, sich in einem Bahnhof was zu essen zu kaufen. Und überhaupt: im leeren Liegevelowagen fährt es sich sogar noch besser als in der ersten Klasse.

Der einzig wahre Liegevelowagen 🙂

Maggiatal

Wie gestern schon zu erahnen war, hab ich die 60 zu bewertenden Startups auf zwei Blöcke verteilt und dazwischen eine Wanderung eingebaut, diesmal ins Maggiatal. Da wollte ich eigentlich schon früher mal hin, aber damals hatten wir uns erst verfahren und wir sind natürlich gar nicht so weit ins Tal raufgekommen. Bei mir war Abfahrt um 06:04 Uhr, Wanderstart gegen 11:15 Uhr, rauf zum Lago del Sambuco und dann eigentlich gemütlich bergab bis nach Bignasco und von dort gegen 18:15 Uhr wieder heim. Hat alles so funktioniert wie geplant, nur das bergab hatte doch recht viele positive Höhenmeter dabei.

Ab Fusio ging es mal links, mal rechts der Maggia entlang, teilweise recht weit weg vom Fluss, aber immer mit Aussicht und fast ohne andere Menschen. Nur oben am Lago del Sambuco waren ein paar wenige Ausflügler aus dem Inland.

Die Tierwelt wurde auch vielfältiger und bunter, das Wasser war dagegen schon immer grün-blau-rauschend.

Ich hatte zwischenzeitlich schon extrapoliert, dass ich bei der Grössenzunahme von Eidechse 1 zu Eidechse 2 im Verhältnis zur Weglänge am Ende in Bignasco dann vor einem ausgewachsenen Raptor stehen würde. Und das war nur linear extrapoliert! Noch nicht mal exponentiell, und von letzteren Kurven hatte ich morgens schon 30 gesehen und würde abends nochmal 30 in den Startup-Folien sehen. In regelmässigen Abständen kamen Trinkwasserbrunnen und auch Hofläden wurden mehr.

Auch mit einigen Pausen war ich immer noch der Zeitrechnung auf den Wandertafeln voraus. In Bignasco kam der Bus nach Locarno grad um die Ecke und mit einem 100m-Sprint sass ich bequem mit drin. Das Problem bei den durchgetakteten Anschlüssen ist ja nur, dass man sich am Bahnhof nicht mal ein Picknick holen kann. Für ein Kaltgetränk in Locarno und ein Heissgetränk in Bellinzona hat’s aber gereicht, ab da gab’s Giruno bis Zürich und Dosto (in 16-Wagen-Maximallänge) bis Wil, ich hab mir die restlichen Startups anschauen können und war 23 Uhr wieder daheim im Bett.

(Bildbeschreibungen/Texte sind jeweils auf der Attachment-Seite nach dem Draufklicken im Dateinamen hinterlegt)

Mal wieder Kickstart

Jedes Jahr wieder: https://www.kickstart-innovation.com/ Startups bewerben sich in diesem Programm und grosse Firmen schauen, ob sich darunter kleine Startups finden, die vielleicht irgendein Geschäftsproblem lösen oder dabei helfen können. Ich bin mal wieder im sogenannten Vertical (=Bullshit-Begriff für Themengebiet) Smart City dabei und es gibt 60 Startups anzuschauen, jeweils also einen Foliensatz von mehr oder weniger guten Verkaufsfolien. Manchmal bekommt man die Geschäftsidee dahinter heraus, manchmal nicht.

Eins der wenigen netten Startups ist die Live Track AG, die mit ein paar netten Sensoren die Touren der Kehrichtabfuhr (z.B.) reduzieren kann. Ja, wenn man öfter beim Open Data Beer dabei ist, kennt man das schon länger, seit Ende 2019 sogar schon.

Ansonsten ist sehr viel kapitalistischer Quatsch dabei — möglicherweise hat der Telepolis-Artikel dazu von gestern noch den Blick etwas geschärft. Was nützt es der Welt, wenn ich in einer Travel-App irgendwelche Gummipunkte bekomme, wenn ich eine emissionsarme Reiseart benutze, wohingegen ich eigentlich die meisten Punkte bekommen sollte, wenn ich gar nicht reise? Wieso belohnt niemand Nichtkonsum explizit? Am 13. Juni würde ich ja sehr gern mehrfach Ja fürs CO2-Gesetz stimmen, wenn ich schon abstimmen dürfte, dann würde ich nämlich genau für solchen Nichtkonsum finanziell belohnt.

Ganz häufig sieht man exponentielle Wachstumskurven für Startups. Wenn mir da jemand dumm kommt, kann ich das schnell extrapolieren und fragen, warum sie denn in zehn Jahren schon die Weltherrschaft übernommen haben. Irgendwie wissen aber alle, dass das nicht funktionieren kann und machen es trotzdem so.

Das Gute an dem Kickstart-Programm: das kann man bequem im Zug erledigen. Nach Locarno, Bignasco und Fusio. Und später nach durchwandertem Maggiatal wieder zurück. Nach den ersten 20 Startups zieht grad der Urnersee vorüber. Und zack, hab ich auch wieder 100kWh oder mehr fürs Herumfahren verfahren.

Gasverbrauch per Gastherme ermittelt

Der Optolink-Adapter und der dazugehörige Raspi im HWR loggen seit einer Weile einfach mal minütlich alle Parameter der Gastherme in ein File pro Tag. Die Idee war, dass ich dann mal schaue, ob ich aus diesen Werten den Gasverbrauch halbwegs zuverlässig bestimmen kann, weil ich den Gaszähler ja nicht vernünftig automatisiert ausgelesen bekomme. Und weil’s geht.

Diese Grafik meint gutschweizerisch: grundsätzlich möglich. Die zwei Ausreisser geben mir noch ein paar Rätsel auf, interessanterweise sind das zwei aufeinanderfolgende Tage (Sa/So) und in Summe (Sa+So) stimmt es auf beiden Achsen dann wieder. Differenz liegt bei etwa 10kWh.

(kurze Unterbrechung wegen Verdacht…)

Ach herrje… Wenn man beim Blogschreiben das Problem findet 🙂 Es waren natürlich die Ablesedaten. Ich hatte das Zählerbild von 11:57 Uhr mittags abgelesen und in mein CSV eingetragen, und nicht das von 23:57 Uhr — die haben sich ziemlich genau nur in einem Kubikmeter unterschieden, und das macht mit dem Gas-Umrechnungsfaktor von 10.17 dann halt die 10kWh aus.

Interessanterweise muss ich noch schauen, was meine Therme überhaupt für eine maximale Brennerleistung hat, ich hab jetzt aus der Grafik selbst 20kW ermittelt, was so in einem passenden Bereich für das Haus liegen dürfte. Ich könnte die Daten zumindest noch genauer auslesen, also nicht mit 1 Ablesung pro Minute, sondern vielleicht 3/min. Oder ich versuche, mit der mitgeloggten Brennerdauer (in h, mit sechs Nachkommastellen) was zu korrigieren.

Wasserzähler am S0 und Impfung

Irgendwo war ich diese Woche über dieses Projekt hier gestolpert und hab mir direkt den Bausatz des Wasserzählers bestellt. Die Idee ist simpel: der analoge Wasserzähler hat kleine drehende Zeiger und man nimmt sich jetzt den mit der kleinsten Stelligkeit (=1 Liter pro Umdrehung) und erfasst den technisch als Impuls. So, wie also mein Stromzähler pro LED-Blink 1Wh kennzeichnet, krieg ich jetzt vom Wasserzähler pro Impuls 1 Liter als Messwert. Da es ja eh grad alle halbe Stunde regnet und es deswegen nicht auffällt, wenn ich testweise den Vorgarten bewässere, hat sich $heute gut dazu geeignet.

Funktionsprinzip: eine grüne LED mit einer vorgeschalteten Linse beleuchtet einen Punkt im Wasserzähler, der durch den Zeiger überstrichen wird. Das reflektierte Licht wird durch eine Fotodiode aufgenommen. Wenn der Zeiger durch den Lichtstrahl geht, gibt’s weniger reflektiertes Licht — dieses Signal wird dann weitergereicht.

Hier nur zur Illustration der Wasserzähler mit den Zeigern (meine bisherige Endoskopkamera).

Der Bausatz ist schon sein Geld wert, den kann man sogar automatisch an die Helligkeitsunterschiede (Zeiger / nicht-Zeiger) anpassen lassen. Der Rest war simpel, ich konnte alle Skripte vom Stromzähler wiederverwenden, da es prinzipiell so ziemlich dasselbe ist. Im Grafana-Dashboard kommt jetzt rechts nur noch der Tagesverbrauch an Wasser dazu. Ich könnte auch den Durchfluss in Liter/min messen/berechnen, war aber zu faul, mir FluxQL weiter anzuschauen. Ein Kosten-Dashboard ginge natürlich auch, aber ich weiss auch so schon, dass die Kaffeemaschine für etwa 10% meines Stromverbrauchs verantwortlich ist.

Parallel dazu logge ich noch die Brennerstunden der Gastherme — da diese der einzige Gasverbraucher im Haus ist, lässt sich darüber möglicherweise der Gasverbrauch auch direkt automatisch ermitteln, ohne dass ich doch noch die Bilder des Gaszählers auswerten muss. Alle fünf Sonoff-Switches sind auch schon auf Tasmota geflasht, sehr schönes Stück Software, muss ich sagen. Da kommt noch mehr Bastelei.

Grenzaufwand zum Flashen: 3min, Setup etwa 1.5h — drum gleich fünf Stück

Die erste Impfung ist auch schon erledigt. Ich hatte mich am 22.03. schon im Portal angemeldet. Am Sonntag 16.05. kam spätabends der Termin für den 25.05., den ich aber im Impfportal noch eine Woche vorziehen konnte. Die Impfung war unspektakulär, ausser dass das Scannen des Impfanmeldung-QR-Codes so gut getimed war, dass parallel zum Stechen der Nadel die Emails mit “Impfbescheinigung” und “2. Impftermin” kamen. Eigentlich nicht weiter überraschend, weil es ja technisch auch nicht schwierig umzusetzen ist, aber als Informatiker ist man ja nicht gewöhnt, dass sowas auch wirklich dann so funktioniert.

3:30h mit See

Bevor wieder alle draussen rumturnen, hab ich heute gleich den Vormittag für eine 80er-Runde genutzt. Rossrüti-Arbon-Romanshorn-RR, die Höhenmeter kommen erst am Ende. Die letzten Kilometer gehören auch zu meiner erweiterten Tagesrunde und da kenne ich irgendwie schon jeden Schachtdeckel.

Daheim hab ich jetzt meine Haus-Messwerte mal weiter aufgebohrt und diese in ein Live-Dashboard verklappt, mit influxDB und Grafana-Dashboard (beides derzeit noch in den Wolken gespeichert). Ich hab da also in der Küche ein Tablet hängen, was mir den Live-Stromverbrauch anzeigt und alle möglichen anderen Messwerte, die ich gern hätte, z.B. alles, was ich mir von der Heizung an Daten abhole. Wenn ich jetzt beim Solarauto nochmal was neu machen müsste, würde da eine InfluxDB den Job ziemlich gut machen, sämtliche Messwerte vom Auto entgegenzunehmen.

Das Beste ist ja, dass ich den ganzen Kram einfach per CURL-Request in die InfluxDB abkippen kann. Um sämtliche Heizungsmesswerte da reinzuschreiben, sind es wirklich nur vier Zeilen Code in einem bash-script, das ich dann in der crontab jede Minute laufen lasse 🙂

Für den Stromzähler sind es sogar nur zwei Zeilen. D.h. in meinem Stromzähler-Ablesescript hab ich nur ganz unten eine Zeile ergänzt, die bei jedem LED-Blinken einfach noch einen Eintrag nach InfluxDB schreibt. Jedes Blinken entspricht ja 1Wh, einfacher geht’s nicht. Im Grafana musste ich mich noch mit der Flux-Query herumschlagen bzw. ihre Funktionsweise verstehen. Hat ein bisschen was von funktionaler Programmierung 😀

Nächstes Ziel wäre dann, den Stromverbrauch nach negativ zu drücken, aber das kostet erstmal was.

Musiksaison wiedereröffnet

Wenn der OK-Präsident der Kulturbühne Wil schon direkt nebenan wohnt, musste ich ja quasi mitmachen. Da wir mit dem Orchester momentan noch lange nicht in Vollformation proben und spielen dürfen, haben sich ein 3er-Geigenensemble und das komplette Celloregister im Rahmen der Kulturbühne für Strassenmusik angemeldet. Das Wetter war die Woche über gar nicht so geeignet, aber am Samstag ab 11 Uhr (die Geigen schon 09 und 10 Uhr am Baronenhaus) ging’s. Ich hatte beim ersten Auftritt auf dem Bärenplatz tatsächlich den dümmsten Platz an der Sonne erwischt. Und vor dem Umzug hätte ich so ziemlich den kürzestmöglichen Anreiseweg gehabt. Sonnencreme und Sonnenbrille waren okay, aber die Stimmung des Cellos ist schnell im Eimer. Dafür, dass wir mit zwei Ragtimes aufgehört haben, hat es aber noch gereicht. Danach war’s dann deutlich kühler in der Fussgängerzone in der Oberen Bahnhofstrasse. Die Bewilligungsabteilung der Stadt Wil war überlastet (oder unterbesetzt, wie man’s nimmt) und witzigerweise war 30m weiter ein Strassenmusiker plaziert, der aber erst nach unserem Auftritt gespielt hat.

Zu genau gerechnet

Meine halbautomatisch selbsterfassten Zählerwerte stimmen exakt, und zwar sogar zu exakt. Ich hatte für die Quartalsrechnung (Strom/Gas/Wasser) 398 Fr. ermittelt, die TB Wil wollen aber nur 397 Fr. haben. Ja Kunststück, ich rechne beim Wasser litergenau, die TB nur auf Kubikmeter genau. D.h. bei der nächsten Abrechnung ergibt meine Voraussage dann weniger. Ein paar Rundungsdifferenzen gibt es auch noch, aber mit dieser Abweichung kann ich ganz gut leben.

Aktuelle Verbrauchskosten — ja, man kann sich über die anteilmässigen Grundkosten im Mai streiten.

Dann gibt’s noch einen neuen (alten) Gartentisch zu vermelden. Neulich auf der Velorunde entdeckt, weil GRATIS dranstand. Das hab ich hier im Dorf A. geschrieben, sie hat mir angeboten, das Ding gleich mit dem Auto abzuholen UND hat auch gleich noch die Leute im Nachbardorf gebeten, mir den Tisch zu reservieren. Man kennt sich 🙂 Dafür hab ich dann beim Fensterputzen im Pfadiheim Wil geholfen und das auch gleich mal von innen gesehen. Der Tisch ist auch so leicht, den hätte ich in Hittingen auch auf den Hänger laden und die 2km bis nach Hause rollen können.

Neuerdings liefert Amazon wohl sogar versandkostenfrei in die Schweiz (wenn fulfilment by amazon gilt). Ich brauchte Schleifwerkzeug — das identische Werkzeug hätte bei Galaxus 317 Fr. gekostet, bei Amazon nach MwSt-Angleichung nur 230 EUR, genauso schnell geliefert, zollfrei und problemlos. Okay, ich musste noch mal fünf Minuten investieren, um den EU-Stecker abzuschneiden und einen CH-Stecker anzuschrauben, aber das sind mir die 60 Fr. Preisdifferenz wert. Jedenfalls konnte ich damit den Tisch von der alten Farbe befreien. Abgestandenes Leinöl war auch noch da, lange über MHD, das ging zum Einölen ganz gut.

Und das Grundbuchamt war heute für eine amtliche Neubewertung meiner Immobilie vor Ort. Ich hab sie gefragt, wie sie den Zeitpunkt bestimmen und die Antwort war “alle zehn Jahre” bzw. wenn der Verkaufspreis weit vom Steuerwert der Liegenschaft abweicht (ob in beide Richtungen, hab ich nicht mehr gefragt). Da rutsche ich dann möglicherweise wieder etwas eher in die Vermögensteuer rein, falls ich die Hypothek amortisiere. Der Eigenmietwert bleibt voraussichtlich unverändert.

Ungewollte Reparaturfahrt

Schon eine ganze Weile hab ich ein seltsames Knacken im Antrieb, was von der Häufigkeit her eindeutig an der Kette liegt. Bei abgenommener und gereinigter Kette war nichts zu finden, alle Verbindungsglieder waren leichtgängig und das trotz mehrerer verschiedener vernieteter Ketten. Das Knacken war auch nach dem Ölen nicht weg, wurde heute auch etwas stärker. Beim Stoppschild an der Murgstrasse in Münchwilen und dem darauffolgenden unerwartet knackigen Antritt erledigte sich dann die weitere Suche.

Erstmal hab ich die Kette wieder eingefädelt und mit einem Kabelbinder transportfertig wieder verschlossen. Die Frauenfeld-Wil-Bahn hatte ich direkt vor der Nase. Im Nachhinein fiel mir auch ein, dass ich die Liege ja am Bahnhof in Wil gesichert hätte unterstellen und mit dem Bus heimfahren können, inklusive Walk-of-Shame in Klickschuhen auf dem Bahnhofsplatz. Aber auf der Karte gab’s in der Nähe den Veloplace Radsport Löffel — der hatte zwar keinen Kettennieter, auch nicht zum Verkauf, aber eine Nietzange. Die hat er mir dankenswerterweise kurz ausgeliehen und nach zehn Minuten hatte ich zwei Glieder draussen und die Kette wieder verschlossen. Sogar aufs grosse Kettenblatt reicht’s noch, und das Knacken ist komplett verschwunden. Finanziell bedanken konnte ich mich nicht, er meinte nur lächelnd “Ich schick Dir die Rechnung”. Sehr cool 🙂

Damit hatte ich das, was ich eigentlich daheim hätte machen sollen, gleich unterwegs erledigt. Jetzt landet der Kettennieter für unterwegs zumindest wieder im Werkzeug. Die Orchesterpost bringe ich dann ein andermal nach Eschlikon. Jetzt ist Kaffeezeit im hauptsächlich gelben Vorgarten 🙂

Gastherme mit openv verkabelt

Das ist quasi das “hello world” der Gasthermensteuerung 🙂 Aussentemperatur und Warmwasser-Speichertemperatur

An meiner Gasheizung muss ich eigentlich nicht viel herumstellen, aber zu Anschauungszwecken und zum Datensammeln hab ich sie doch mit dem Optolink-Adapter verkabelt. Der Raspi hängt sowieso nicht weit weg davon und hatte noch einen USB-Port frei. Die Konfiguration kommt von https://github.com/openv/openv, ich musste das nur schnell direkt aus dem git selber kompilieren, installieren, daemon einrichten und fast fertig. Einzig meine Anlagennummer 20C2 hab ich noch in der vcontrold.xml eingetragen und jetzt kann ich abfragen, was die Register alle so hergeben. Wenn ich dann weiss, was ich alles auslesen kann, schau ich mal auf den Schreibzugriff. Vielleicht sicherheitshalber eher im Sommer 🙂